Trotz Sanktionen: Import aus Russland boomt

Noch bis zum 31. Juli 2019 hält die europäische Union Sanktionen gegen Russland aufrecht. Den Ursprung haben diese Sanktionen im Juli 2014, als die EU das Embargo gegen Russland für die unrechtmäßige Annektion der Krim und Sewastopol verhing. Erst im Dezember 2018 wurden sie um sechs weitere Monate verlängert.

Trotz dieses Embargos ist der Handelsumsatz Russlands nach neuesten Angaben des russischen Zollamts deutlich gewachsen – besonders mit Ländern, die eben die viel diskutierten Russland-Sanktionen befürwortet hatten. Verschiedene Analysten und Experten sind sich hier einig und bezeichnen den Versuch, Russlands Außenhandel zu schwächen, als gescheitert an.

8,4% größerer Handelsumsatz mit Deutschland

In Zahlen ausgedrückt lässt sich so festhalten, dass der Handel mit Deutschland insgesamt um ganze 8,4% im Vergleich zum Vorjahr gewachsen ist. Für ganz Europa sehen die Zahlen noch besser aus: Der Handelsumsatz konnte hier um fast 20 Prozentpunkte verbessert werden.

Sieht man sich die Waren und Güter an, die von Russland im- oder exportiert werden, lässt sich sofort die Dominanz verschiedenster Rohstoffe erkennen. Mehr als 60% des gesamten Exports Russlands entfallen auf Öl, Gas und Kohle. Weitere beliebte Artikel sind Chemikalien, Dünger, Holz oder gar Fahrzeuge. Auch hier erscheint es verblüffend, dass immer mehr Europäer trotz der gewünschten Sekung der Abhängigkeit von Russland Güter aus jenem Land importieren und damit die dortige Wirtschaft ankurbeln.

Auch Export nach Russland beliebt

Ähnlich zeigen sich auch die Zahlen zum Export nach Russland sowie andere Länder der eurasischen Wirtschaftsunion keineswegs negativ. Immer mehr Hersteller führen Ihre Produkte in Länder jenes Verbunds (Russland, Weißrussland, Kasachstan hervorging, Kirgistan und Armenien) ein.

Doch Unternehmen müssen beim Export – ebenso wie beim Import in die europäische Wirtschaftszone – zahlreiche Regularien und Bedingungen erfüllen. Fehlt eine zwingend erforderliche Zertifizierung, darf das jeweilige Wirtschaftsgut die Grenzen nicht passieren. Durch Vereinheitlichungen und Vereinfachungen des Zertifizierungssystem hat der Gesetzgeber in der eurasischen Wirtschaftszone versucht, das unabdingbare Prozedere bei der Zertifizierung möglichst simpel zu gestalten. Das bekannteste Beispiel ist hier das sogenannte EAC-Zertifikat („Eurasian Conformity“), mit dem der Hersteller nachweist, dass das jeweilige Produkt die Anforderungen des technischen Reglements erfüllt. Zuvor mussten Hersteller aus anderen Ländern noch für jegliches Land einzeln entsprechende Zertifikate beantragen.

Redaktion

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